
Philosophie
Warum brauchen Hunde Regeln?
Es klingt negativ, aber wir wünschen uns von unserem Hund ein Verhalten, das für ihn in keinster Weise natürlich ist. So ist es beispielsweise nicht erwünscht, dass ein Hund etwa übermäßig bellt, jagen geht, Jogger und Radfahrer verfolgt oder bei jedem Spaziergang abhaut um alleine die Umgebung zu erkunden. Genau diese Verhaltensweisen sieht der Hund aber als völlig normal und in Ordnung an. Es ist wichtig sich darüber bewusst zu werden wie Hunde denken, lernen und Gelerntes verknüpfen.
Auch wenn wir Menschen es nicht hören wollen. Ein ausgeglichenes Leben mit unseren Hunden hängt alleine von uns ab. Leider interpretieren wir unsere Hunde überwiegend falsch.Um mit Hunden in unserer Gesellschaft harmonisch zusammen leben zu können, ist es unabdingbar ihre Körpersprache zu lernen und zu verstehen. Menschen haben vorrangig das Hilfsmittel der verbalen Sprache um sich verständlich machen zu können. Hunde nicht. Sie kommunizieren mit Hilfe ihrer Ohrenstellung, ihrer Rutenhaltung, über ihre Blicke, ihren Fang, ihre Stirn, die Mimik, ihren Rücken und ihre Lautäußerungen, um sich mitzuteilen. Dieses Zusammenspiel von Ausdrucksregionen zu verstehen, kommt dem Erlernen einer Fremdsprache gleich – die Fremdsprache „hündisch“. Hunde sind uns da weit überlegen. Abhängig vom Alter des Hundes und der Zeit, die er bei Ihnen lebt, ist es ihm möglich Sie haargenau zu lesen. Das Mindeste, das wir tun können, ist es, es dem Hund gleich zu tun und seine Körpersprache zu lernen.
Wir setzen den Hunden vielfach keine klaren Grenzen, unter anderem, weil wir sie teilweise vermenschlichen. Wir machen uns nicht die Mühe ihnen hündisch zu begegnen. Wir jubeln ihnen menschliche Eigenschaften wie etwa Eifersucht, das schlechte Gewissen, Reue oder nachtragend zu sein unter. So entstehen die ersten, meist sogar ernsthaften Schwierigkeiten. Dabei haben wir gerade mit dieser Vermenschlichung dafür gesorgt, dass das Verhalten erst problematisch geworden ist.
Bindung und Vertrauen zu Ihrem Hund aufzubauen ist genauso wichtig wie dafür zu sorgen, dass der Hund auch eine Bindung und Vertrauen zu Ihnen aufbaut. Das ist die Basis für ein wahrhaftiges Miteinander.Wir müssen akzeptieren, so schwer es uns auch fällt, dass Hunde zwar hoch soziale Lebewesen sind und dennoch opportunieren sie und leben von Moment zu Moment. Aus diesem Grund können sie auch nur innerhalb von zwei Sekunden Ursache und Wirkung miteinander verknüpfen und verstehen. Unser Vorteil dabei ist aber, dass dadurch erlernte beziehungsweise problematische Verhaltensweisen therapierbar sind und in kürzester Zeit in neue Bahnen gelenkt werden können.
Dafür werden Regeln benötigt. Wir müssen sie unserem Hund konsequent und souverän vermitteln.Das klingt alles sehr hart und so mancher mag jetzt denken: „Die spinnt doch, wir suchen uns einen anderen Trainer!“ Nun, es ist die Wahrheit – wie man es auch dreht oder wendet.
Ich vermittle Ihnen Wissen über das Ausdrucksverhalten und die Körpersprache Ihres Hundes. Im Laufe unseres Trainings lernen Sie Ihren Hund zu lesen. Sie werden vorausahnen können, was Ihr Hund im nächsten Moment vorhat. Sie werden lernen, wann Sie einzugreifen haben oder wann Sie es besser nicht tun sollten. Schon auf diese Weise erledigen sich die meisten Probleme von selbst.


